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Heroes Volume 5 Chapter 15: Pass / Fail

Kritik

Bewertung

Die Heroes Episode Pass / Fail hat mir über weite Strecken sehr gut gefallen, wieder einmal war ich von der Charakterentwicklung aller Beteiligten durchaus angetan. Nur mit der Bewertung von Hiros Handlungen durch das Zeitlinien-Tribunal habe ich Probleme: Zwar ist es richtig, daß er seine Fähigkeiten nicht mißbraucht hat, um seinen Vater zu retten, doch es für Charlie zu tun war nun nicht gerade ein selbstloser Akt. Das Argument, die Welt sein ein besserer Ort mit ihr darin, ist sicherlich richtig, doch haben es die anderen Opfer von Zachary Quintos Charakter Sylar verdient zu sterben? Und tatsächlich *hat* er die Zeitlinie verändert, denn Charlie dürfte zu diesem Zeitpunkt eben nicht mehr am Leben sein. Eigentlich ist Hiro durch genau diesen Akt ein zwiespältigerer Charakter geworden, unabhängig davon wie nachvollziehbar sein Handeln ist, doch genau das wird hier romantisch verklärt. Natürlich freut es mich, daß Hiro wieder genesen kann und Charlie war eine unendlich schnuffige Maus, doch ihr Tod in der ersten Staffel hatte eine Bedeutung und die wird durch solche Eskapaden zunichte gemacht. Ich hätte es zudem spannender gefunden, wenn die Heroes Macher konsequenter hinter ihren eigenen Ideen stehen und zulassen würden, daß auch ein "guter" Mensch wie Hiro unter den gegebenen Umständen ins Straucheln gerät bzw. dies entsprechend bewerten.

Samuels Handlungsstrang ist einfach nur fantastisch: Robert Knepper spielt diese Figur wieder einmal so vielschichtig und authentisch, daß es trotz der sehr vorhersehbaren Geschichte ein Genuß ist und Battlestar Galacticas Kate Vernon als Vanessa ist eine wie immer herausragend. Spätestens nach der vorletzten Episode Let it Bleed war zu erwarten, daß seine frühere Geliebte zu Samuels Zusammenbruch führen würde, denn daß dieser irgendwann kommen würde war klar. Irgendeinen Auslöser würde es geben müssen, damit dieser Psychopath seinen bisher nur sporadisch gezeigten Wahn vollständig ausleben würde. Samuel hat schon die ganze Zeit immer wieder gezeigt, daß er seinen Zielen, von denen er fälschlicherweise glaubt, es seien auch die der anderen, wirlklich alles opfern würde. Es ist offensichtlich, daß er sich als eine Art Heilsbringer sieht und wie alle großen Politiker, die sich zu Diktatoren entwickeln, irgendwann den Zugang Realität seiner Mitmenschen verliert. Diese grundsätzliche Vorhersehbarkeit hat für mich jedoch nichts an der Schönheit dieses speziellen Handlungsstrangs geändert.

Das Zusammenspiel zwischen Sylar und Claire hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, denn natürlich hat sie kann Interesse daran, ihm bei seiner Selbstfindung zu helfen. Ganz selbstverständlich geht sie davon aus, daß er mit seinem Satz, daß es nicht Claires Leben ist, um daß sie sich Sorgen müsse, nur Gretchen meinen kann und der Rucksack scheint sie zu bestätigen. Woher soll sie auch wissen, daß er zu solchen Handlungen (im Moment?) gar nicht fähig ist? Und Sylar mag zwar seiner aggressiven Ader nicht mehr nachgehen können, das hindert ihn aber natürlich nicht daran, die Erwartungen seiner Mitmenschen zu seinen Gunsten zu manipulieren ;-) Denn am Ende hat er sie genau da, wo er sie haben wollte und auch Claire scheint etwas über sich selbst und die Vielschichtigkeit anderer Menschen gelernt zu haben - die Szene im gemeinsamen Versteck gehört sicherlich auf alle Zeiten zu meinen Favoriten. Wie immer sind jedoch bei beiden Zweifel angebracht, wie lange die neuen Erkenntnisse vorhalten werden: Ebensosehr wie die ehemalige Cheerleaderin dazu neigt, immer wieder in selbstgerechtes Gehabe zurückzufallen, so hat auch Sylar/Gabriel die Tendenz, sich wieder seiner Sucht zu ergeben, egal wie sehr er zwischenzeitlich darüber entsetzt ist, was aus ihm geworden ist. Dies ist wohl auch der Grund weshalb er am Ende der Folge an Matts Wohnung vorbeischaut, offenbar verspricht er sich von seinem ehemaligen Gegner Hilfe bei der Unterdrückung seiner Fähigkeit. Die Szene, in der er vor Matts Frau steht, den Kleinen in ihrem Arm anleuchtet und sie ihn lächelnd fragt, ob sie sich nicht kennen, ist wunderschön inszeniert und schlüssig, hat er doch in Matts Bewustsein wochenlang bei den Parkmans gelebt. Kein Wunder, daß er sich aufgrund seiner Sehnsucht nach Nähe bei ihnen ebenso vertraut fühlt, wie bei Claire. Ich frage mich, ob es vielleicht doch einen Versuch gibt, Sylar in die Richtung zu entwickeln, wie wir ihn in der Zukunftsversion des 3. Volumes sehen konnten: Als Gabriel Gray, der seinem (offenbar mit Claire gezeugten) Sohn zuliebe seine Fähigkeiten jeden Tag aufs neue unterdrückt.

Fazit: Eine gelunge Heroes Episode, die Lust auf mehr macht und einen das Ende der Staffel mit Spannung erwarten läßt :-)

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© Letzte Aktualisierung: 17. September 2010 von Merlin